Mit dem „SIVIT“ (Siemens Virtual Touchscreen) offeriert Siemens eine Technologie, bei der konventionelle Bedienelemente wie Monitor, Maus, Tastatur oder der klassische Touchscreen durch ein virtuelles Panel substituiert werden, über welches die Bedienung des Systems bzw. der Applikation erfolgt.
Statt die Daten über ein eine spezifische Hardware erforderndes Medium auszugeben, kann die Visualisierung – ähnlich wie bei einem Dia – auf prinzipiell beliebigen Oberflächen stattfinden. Während bei konventionellen Ausgabemedien die Projektion auf die Größe des jeweiligen Mediums (z.B. eines Monitors oder Fernsehers) beschränkt ist, ermöglicht der SIVIT variable Darstellungsgrößen. Die Steuerung der Applikation wird durch die Beobachtung von Hand, Fingern oder Kopfbewegungen mittels einer Videokamera realisiert. Diese Kamera ist oberhalb des virtuellen Touchscreens befestigt und registriert die Bewegungen auf der sich innerhalb eines Lichtkegels befindlichen Interaktionsfläche. Aus dem Videobild ermittelt die Gestenerkennung des Steuerungscomputers die geometrischen Koordinaten und leitet die daraus resultierenden Steuersignale für die Applikation ab.
Durch den Einsatz von Gestikcomputern wird erstmalig eine intuitiv zu bedienende dreidimensionale Steuerung von Kiosksystemen möglich, die den Kiosknutzer selbst Teil der Präsentation und die Nutzung zum Erlebnis werden lässt. Durch den Verzicht auf freiliegende, mechanische Bauteile wird ein hoher Grad an Vandalismussicherheit geboten, der diese Innovation sowohl für den Out- und Indoorbereich prädestiniert und somit auch ein hohes Maß an Betriebssicherheit und Wartungsfreundlichkeit gewährt.
Die vorwiegend bei klassischen Kiosksystemen eingesetzten Touchscreens verschmutzen bei häufiger Nutzung und bedürfen daher der Säuberung, um weiter genutzt zu werden. Durch den Verzicht auf die physische Berührung des Terminals entfällt somit eine in der Praxis häufig festzustellende, nicht zu unterschätzende Nutzungsbarriere.
Die Gestikerkennung wird sich am Point Of Information, Point Of Sale und Point Of Communication in dem Maße durchsetzen, in dem es gelingt, Produkte für Endanwender im Markt erfolgreich zu platzieren. Insbesondere die Miniaturisierung der Endgeräte beeinflusst die Bedeutung der Beamertechnologie bzw. Holographie – und daraus folgend der Gestikerkennung – positiv. Auch spielt die Etablierung der Beamertechnologie im Office- und Home-Bereich eine wesentliche Rolle für den Breiteneinsatz. Auf notwendige Standardisierungen und die Offenlegung von Treiberschnittstellen, die der Verbreitung dieser Technologie einen weiteren Schub geben werden, soll nur verwiesen werden.
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